Hautbeobachtung in der Pflege
Krankenbeobachtung
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Im Alter wird es allerdings zunehmend schwieriger, „sich in seiner Haut wohl zu fühlen“ und sie gesund zu erhalten. Schuld daran sind vor allem äußerliche und innerliche Alterungsprozesse, die der Haut zusetzen, sowie Hauterkrankungen im Alter. Helfen kann hier eine sorgfältige Hautpflege, die im Alter weitaus mehr als nur Kosmetik ist.
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Die Haut erfüllt eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben, weshalb ihre Unversehrtheit für den Menschen ein so hohes Gesundheitsgut bedeutet.
Das intrinsische Altern der Haut unterliegt den gleichen Alterungstheorien wie der gesamte menschliche Organismus: Die Fähigkeit der Zellen zur Teilung erschöpft sich zunehmend (Telomer-Hypothese), auch wenn die Keimzellen der Epidermis ein Leben lang teilungsfähig bleiben, oder Zellen sind aus verschiedensten Gründen mit Sauerstoff und Nährstoffen unterversorgt.
Die Alterungsprozesse betreffen vorrangig Epidermis und Dermis und werden zuerst an lichtexponierten Stellen wie Gesicht und Händen sichtbar. Der Schwund an Zell- und Faserelementen macht die Haut insgesamt dünner und die Erneuerungsrate der Zellen der Epidermis sinkt um 30 - 50 %. Beeinträchtigt ist auch der Aufbau von Bindegewebe in der Dermis.
Die degenerativen Veränderungen des Hautbindegewebes führen zur Hauterschlaffung und zum Elastizitätsverlust. Es entstehen vermehrt Falten und Runzeln. Diese insgesamt sehr herabgesetzte Widerstandsfähigkeit der Haut ist mit ein Grund, warum sich ältere Menschen bereits nach minimalen Traumen leicht verletzen. Auch die Gefäßwände verlieren an Elastizität, wodurch sich Blutgefäße maximal erweitern. Sie sind als rotviolette Stränge durch die dünne Oberhaut sichtbar.
Rückläufig ist auch die Schweiß- und Talgdrüsensekretion, sodass die Funktionsfähigkeit des Säureschutzmantels eingeschränkt ist. Dadurch bedingt kommt es zu Veränderungen im Verhornungs- und Abschuppungsprozess, was wiederum die Barrierefunktion beeinträchtigt: Die Verhornung wird immer unregelmäßiger, die Abschuppung der obersten Zellen nimmt ab. Gleichzeitig vermindert sich die Bindungskraft zwischen den Zellen, die Wasserdampfabgabe lässt nach. Zunehmende Pigmentstörungen zeigen sich als fleckenförmige, bräunliche Verfärbungen, den sogenannten Altersflecken.
Auch der Haarwuchs bildet sich im Alter zurück. Ganz besonders betroffen ist das Wachstum der Zehennägel, das deutlich gestört (gelblich-bräunliche, minderwertige Nagelsubstanz) und extrem verlangsamt ist.
Für das äußere Altern werden schädliche Faktoren aus der Umwelt verantwortlich gemacht. Im Falle der Haut spielen dabei die UV-Strahlung, ungünstige Lebensumstände mit falscher Ernährung, Rauchen und übermäßigem Alkoholgenuss, aber auch Chemikalien, Schadstoffe oder Krankheitserreger eine bedeutende Rolle. Durch all diese Noxen werden in unterschiedlichem Ausmaß sog. freie Radikale freigesetzt, die Zellwände und Eiweißstrukturen zerstören oder sogar die Erbsubstanz verändern.
Freie Radikale werden vor allem auch durch Sonneneinstrahlung freigesetzt und führen letztendlich zur Schädigung des Hautbindegewebes. Häufiges und intensives Sonnenbaden gilt deshalb als der bedeutendste Faktor für vorzeitige Hautalterung. Dabei entstehen nicht nur Knitterfalten, Runzeln und Gefäßerweiterungen als Zeichen chronischen Lichtschadens, es können sich auch sog. aktinische Keratosen ausbilden, die eine Vorstufe zum Hautkrebs darstellen. Nicht selten entarten aktinische Keratosen zu einem Plattenepithelkarzinom.
Das äußere Altern der Haut verläuft in der Regel und je nach Lebensstil schneller als das innere Altern, was meist im Erscheinungsbild der Haut sichtbar wird. Die Hautpartien, die ein Leben lang weitgehend vor UV-Licht geschützt waren, zeigen oft kaum Zeichen der Hautalterung, während lichtexponierte Hautpartien wie Gesicht, Hände und Nacken wesentlich älter wirken.
Bei der Gesunderhaltung der Haut spielt der Säureschutz- oder Hydrolipidmantel eine entscheidende Rolle. Dieser schützende Oberflächenfilm wird von der Haut aus Talg, Schweiß und Absonderungen der oberen Hornschicht selbst gebildet. Aber gerade er verändert sich mit zunehmendem Alter ganz erheblich und verliert seine Schutzfunktion. Denn durch die Verminderung der Talg- und Schweißdrüsensekretion sowie der transepidermalen Wasserabgabe kommt es zu einem Mangelzustand, der von der Altershaut nicht mehr auszugleichen ist.
Die Folgen sind bekannt: Die Haut wird rau, schuppig, rissig, extrem trocken und sehr empfindlich, vor allem gegen chemische Substanzen, wie beispielsweise alkalische Seifen. Daher ist die Hautpflege besonders in der Altenpflege ein wichtiger Teil der häuslichen Pflege. Denn die Defizite an Feuchtigkeit und Fett lassen sich von außen durch eine sinnvolle Hautpflege mit geeigneten Präparaten ausgleichen. Warum dies so ist und wie Pflegeprodukte wirken, wird hier einmal kurz dargestellt.
Idealerweise setzt Hautpflege aber nicht erst im Alter bei entsprechenden Hautproblemen ein, vielmehr sollte das so lebenswichtige und allen sichtbare Organ Haut ein ganzes Leben lang mit Sorgfalt gepflegt werden. Dann ist die Haut letztlich auch gegen das Altern besser gewappnet.
Obwohl die äußerste Schicht der Haut, die Hornschicht oder Stratum corneum, fest mit Kittsubstanzen verbacken ist, um ihrer schützenden Barrierefunktion nachkommen zu können, ist die Haut nicht gänzlich undurchlässig. Durch die Ausgänge der unzähligen Talg- und Schweißdrüsen sowie der Haare sind kleinste Öffnungen vorhanden, durch die eine direkte Aufnahme von fett- und wasserhaltigen Substanzen erfolgen kann. Substanzen können in einem bestimmten Umfang aber auch „transzellulär“, also durch die Zellen der Hornschicht, in die Haut eindringen. Ein weiterer Weg ist die Einwanderung von Substanzen durch die mit dem Kitt verschlossenen Spalten zwischen den Hornzellen.
Wie gut und schnell äußerlich angewandte Substanzen in die Haut eindringen, ist allerdings noch von weiteren Faktoren abhängig. Da ist zunächst einmal der Hautzustand: Ist die Haut gut durchfeuchtet, erfolgt die Eindringung etwa 5- bis 10-mal schneller als bei trockener Haut.
Außerdem sind die physikalisch-chemischen Eigenschaften wie zum Beispiel Löslichkeit, Konzentration und Diffussionsvermögen der verwendeten Wirkstoffe und deren Trägersubstanzen von Bedeutung. Trägersubstanzen sind beispielsweise Öl-in-Wasser-, Wasser-in-Öl und Wasser-in-Öl-in-Wasser-Emulsionen sowie Lotionen, Cremes, Schäume oder Salben. Sie enthalten gegebenenfalls noch weitere Hilfsstoffe, die das Einschleusen in die Haut und den Verbleib der Wirkstoffe in der Haut fördern. Wirkstoffe und Trägersubstanzen sind auf den Produkten deklariert, sodass ihre, dem Hautzustand entsprechend richtige Anwendung gewährleistet ist. Eine Öl-in-Wasser-Emulsion lässt sich beispielsweise leichter verteilen und zieht schneller ein, eine Wasser-in-Öl-Emulsion fettet dagegen stärker. Die Wasser-in-Öl-in-Wasser-Emulsion vereint die Vorteile und sorgt zusätzlich für lang anhaltende Feuchtigkeitsversorgung.
Die Hautpflege hat zwei Hauptaufgaben: Sie dient der Entfernung von Schmutz von der Hautoberfläche und zielt darauf ab, den natürlichen Schutzmechanismus der Haut, den Säureschutzmantel, zu erhalten und/oder zu verbessern. Ideal wäre es, einen leicht sauren pH-Wert zwischen 5 und 6 zu erreichen, weil dieser pH-Wert krankmachende Keime an der Vermehrung hindert.
Die Reinigung der Haut erfolgt meist mit Seife, die üblicherweise einen pH-Wert von 9 bis 12 hat. Damit wird der Säureschutz aufgehoben. Nun schadet das gesunder, junger Haut nicht, nach ein bis zwei Stunden ist der Schutz wieder aufgebaut. Zunehmendes Alter verändert diesen Idealzustand jedoch bald, und Umweltbelastungen – nicht zuletzt auch häufiges Waschen – tun das Übrige dazu. Die Haut braucht immer länger zur Wiederherstellung des Säureschutzmantels, sodass die ohnehin trockene Altershaut weiter gereizt und ausgetrocknet wird.
Statt alkalischer Seifen sollten deshalb waschaktive Substanzen auf synthetischer Basis, sog. Syndets, oder entsprechende Waschlotionen mit neutralem pH-Wert angewendet werden, da sie den Säureschutzmantel schonen. Sie lassen auch die Haut nicht so leicht aufquellen, was insofern von Bedeutung ist, da bei aufgequollener Haut Mikroorganismen leichter eindringen.
Grundsätzlich entzieht jedoch jeder Waschvorgang der Haut Fett und Feuchtigkeit. Deshalb ist das an die Reinigung anschließende Eincremen so wichtig, weil damit der Fettfilm und die Feuchtigkeit der Haut aufrechterhalten bzw. die Defizite, die durch die Reinigung entstanden sind, schnell wieder ausgeglichen werden können.
Des Weiteren braucht die Haut besonderen Schutz, wenn sie im Zusammenhang mit Erkrankungen außerordentlichen Belastungen ausgesetzt ist. Dies kann zum Beispiel bei Inkontinenz der Fall sein, wenn Nässe und aggressive Ausscheidungen die Haut schädigen, oder bei Störungen der Hauternährung durch arterielle oder venöse Durchblutungsstörungen und Diabetes mellitus. Aber auch Allgemeinerkrankungen mit Fieber und starkem Schwitzen oder andauernde Bettlägerigkeit belasten und strapazieren die Haut sehr. Hier erfahren Sie mehr über die Hautbeobachtung in der Pflege.
Hochwertige Hautpflegeprodukte für die ältere Haut enthalten meist spezielle Wirkstoffe: