Wunden verstehen | Wunde

Kompressionstherapie – unverzichtbar bei Venenleiden

Eine Kompressionstherapie ist die beste Maßnahme, um eine der wesentlichsten Ursachen von Venen- und Ulkusleiden zu beseitigen, nämlich den Blutrückstau in den Venen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie eine Kompressionstherapie für den Betroffenen so angenehm wie möglich gestalten und worauf Sie achten müssen.

Das Mittel gegen offene Beine: So wirkt eine Kompressionstherapie

„Offene Beine“ – wie der Volksmund sie nennt – sind seit jeher ein weitverbreitetes und gefürchtetes Leiden. Daher ist auch die Kompressionstherapie bei venösen Beinleiden keine Erfindung der Neuzeit, erste Erwähnung finden sich bereits in den Schriften des berühmtesten Arztes der Antike, Hippokrates von Kos (um 460 v. Chr.).

Heute ist die Wirksamkeit einer Kompression des Beines natürlich wissenschaftlich hinreichend belegt und der Kompressionsverband hat sich als unverzichtbare Therapiemaßnahme in der Behandlung von Venenleiden etabliert –sei es im Anschluss an ein Venenstripping oder als alleinige Therapiemaßnahme.

Aber auch wenn die Beschwerden abgeklungen sind, spielt die Kompressionstherapie weiterhin eine wichtige Rolle, denn ein Venenleiden kann nicht wirklich „geheilt“ werden. Das liegt daran, dass die Ursache meist in einer Bindegewebeschwäche liegt. Ohne Kompressionsverband oder Kompressionsstrumpf würden sich also schon bald neue Stauungen bilden.

Da die Therapie aber – besonders wenn sie nicht richtig angewendet wird – von vielen Menschen als sehr unangenehm empfunden wird, wird sie häufig vorschnell abgebrochen. Werden Kompressionsverbände dagegen richtig bandagiertein Verschwinden der Schmerzen, was den Betroffenen zum „Weitermachen“ motivieren kann.

Auf dieser Seite erfahren Sie Wissenswertes zum Thema Kompressionstherapie, aber auch, was beim Anlegen eines Kompressionsverbandes zu beachten ist, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Entstauung durch eigene Muskelkraft: So wirkt eine Kompressionstherapie

Ein Kompressionsverband umschließt das Bein rundum mit so festem Druck, dass die krankhaft erweiterten Venen eingeengt bzw. zusammengepresst werden. Dadurch können die Venenklappen, die im gesunden Zustand wie Ventile dafür sorgen, dass das Blut nur herzwärts fließt, wieder schließen und ihre Ventilfunktion wieder erfüllen. Die Strömungsgeschwindigkeit des venösen Blutes kann sich erhöhen, der Rücktransport zum Herzen wird normalisiert.

Gleichzeitig dient der Kompressionsverband der schlaffen Beinmuskulatur als Widerstand. Die Beinmuskulatur kann sich nicht mehr nach außen ausdehnen und übt stattdessen einen größeren Druck auf die Venen und das Gewebe aus. Die sog. Wadenmuskelpumpe, die ebenfalls beim Rücktransport des venösen Blutes zum Herzen eine wichtige Rolle spielt, kann wieder in Aktion treten und den venösen Rückstrom unterstützen. Alles zusammen ermöglicht ein aktive Entstauung des Beines durch die eigene Muskelkraft.

Darüber hinaus bewirkt der Kompressionsdruck, dass auch Flüssigkeit und „Abfälle“ aus den Stoffwechselvorgängen, die sich im umliegenden Gewebe angesammelt haben, abtransportiert werden. „Versumpftes“ Gewebe wird trockengelegt, Schwellungen und Ödeme bilden sich zurück. Es wird Platz geschaffen für frisches Blut, Geschwüre können abheilen. Zudem verhindert der Druck von außen, dass erneut Wasser ins Gewebe einsickern kann. Die Gefahr, dass neue Entzündungen und Blutgerinnsel (Thromben) entstehen, wird entscheidend verringert.

Vom phlebologischen Kompressionsverband bis zum Zinkleimverband: Verschiedene Methoden, ein Ziel: Entstauung

Je nach Schwere der venösen Stauung und der sonstigen klinischen Erscheinungsbilder werden in der Kompressionstherapie verschiedene Methoden angewandt. Welche Kompressionsmaßnahme erforderlich ist, entscheidet und verordnet der behandelnde Arzt.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die unterschiedlichen Methoden der Kompressionstherapie. So lernen Sie die verschiedenen Vorgehen besser verstehen und schaffen die Grundlagen für eine erfolgreiche Anwendung.

So erreichen Sie mehr Wohlbefinden und Mitarbeit des Betroffenen: Praktische Tipps für die Kompressionstherapie

Damit eine Kompressionstherapie erfolgreich sein kann, muss sie richtig und konsequent angewandt werden. Das geht nicht ohne die Mitarbeit des oder der Betroffenen. Umso wichtiger ist es, den Sinn und Zweck von Maßnahmen zu verstehen und gegebenenfalls bei auftretenden Komplikationen reagieren zu können.

Nachfolgende Zusammenstellung wichtiger Aspekte soll Ihnen dabei helfen, kritische Situationen zu vermeiden und das Beste aus der Kompressionstherapie zu machen.

Basiswissen zum Anlegen: Schritt für Schritt zum Kompressionsverband

Auch wenn Sie vielleicht nie in die Lage kommen, einen Kompressionsverband selbst anlegen zu müssen, kann es nützlich sein, sich ein gewisses Basiswissen zuzulegen und gegebenenfalls mit der Fachkraft das Anlegen auch praktisch zu üben. Die nachfolgenden theoretischen Anleitungen und praktischen Tipps sollen dabei helfen, Fehler zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt: Ein guter Kompressionsverband soll das Bein rundum fest umschließen, im Druck von der Fessel hin zum Knie stetig nachlassen und darf nirgends drücken oder gar einschnüren.

Ein richtig angelegter Verband vermittelt dem Betroffenen das Gefühl eines festen Haltes und wird als angenehm empfunden. Vorhandene Schmerzen lassen nach. Verstärken sich Schmerzen oder treten gar neue auf, die beim Umhergehen nicht verschwinden, muss der Verband unbedingt sofort abgenommen werden.

Grundsätzlich ist jede Verbandtechnik lehrbar und lernbar. Bei der hier dargestellten Verbandtechnik handelt es sich um einen modifizierten Pütterverband mit zwei gegenläufig angelegten Kurzzugbinden. Diese Technik sichert eine hohe Festigkeit und eine bessere Haltbarkeit des Verbandes.